Martinskirche Altburg

Die Martinskirche in Altburg

Die Martinskirche ist in der Sommerzeit (Ende März bis Ende April) von ca. 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

 

Zur Kirche

Die älteste Geschichte der Kirche liegt im Dunkeln, denn Dokumente zur Erbauung der Kirche sind nicht vorhanden. Wahrscheinlich sind die damaligen Grundherren, die Grafen von Vaihingen und die Lehensinhaber, die Truchsesse von Waldeck, die Bauherren gewesen.
Vor 1342 war Altburg von der Mutterkirche Althengstett abhängig. Eventuell wurde schon vor 1342 von dort der Bau einer Kirche (oder Kapelle?) in Altburg gefördert. Aus dem Jahre 1342 liegt die erste Urkunde über die Kirche in Altburg vor: Graf Ulrich von Württemberg verkauft das Patronatsrecht an Althengstett mit den Filialen Calw und Altburg ans Kloster Hirsau.
Ab 1342 hatte das Kloster Hirsau das Recht, gottesdienstliche Handlungen in Altburg durchzuführen, ebenso das Recht der Pfarrstellenbesetzung. Dies blieb so bis in die nachreformatorische Zeit.
Das Kloster Hirsau hatte aber keine Grund- und Eigentumsrechte an der Altburger Kirche, diese hatten die jeweiligen Lehensherren, ab 1626 die Familie Buwinghausen inne. 1759 verkaufte Familie Buwinghausen ihren Besitz an das Haus Württemberg.

Kurze Baugeschichte

Die Kirche wurde ursprünglich im spätromanischen Stil erbaut, Turm 1200, Schiff 1250 -1300, Chor (evtl. zeitgleich mit  Schiff).

Zwischen 1490 und 1500 (oder 1510) Umbauphase in den spätgotischen Stil. Bauherren sind wahrscheinlich die damaligen gemeinsamen Lehensinhaber, die Herren von Waldeck und die Herren von Itzlingen.

1566 große Feuersbrunst in Altburg: 26 Häuser (Dachstühle) sind verbrannt, auch das Nonnenhaus (nahe dem Kirchturm) und der hölzerne Aufbau des Turmes. Die hölzerne Glockenstube wird vernichtet, die Glocken werden stark beschädigt oder schmolzen – sie sind nicht wieder verwendbar. Wegen Geldmangel wird eine Glocke  aus Kentheim ausgeliehen, der Turmaufbau wird wieder in Holz ausgeführt.

1809  Der obere Teil des Turms wird massiv in Stein gebaut

1771 wird von außen her die Osttür zur Sakristei durchgebrochen, dadurch erhält dieser Raum einen eigenen Zugang

1786 Gründliche Renovierung unter Pfarrer Gottlieb Christoph Bohnenberger (Amtszeit in Altburg 1784-1807).

1850/51 Renovierungen unter Pfarrer Bezner

1954 Gründliche Innenrenovierungen, dabei Abbruch der Südempore und Ostempore, Freilegung der Wandmalereien auf der Südseite

1957/1958 Außenrenovierung

1988 Freilegung und Restaurierung der Holzmalereien an der Decke, Abbruch des Hauptofens im Schiff vorne links (heute Längsbänke)   

Zum Patronat des Hl. Martin

Für die Altburger Kirche konnte nicht, wie oft üblich, ein Patronat aus Kirchenbauakten oder Widmungsurkunden erschlossen werden. In Zins- und Lagerbüchern aus dem 16.-18. Jh. ist aber eine „Martinssteuer“ nachzuweisen, die Pächter kirchlicher Grundstücke zu entrichten hatten. Analog ähnlicher Verhältnisse an anderen Orten wird der Titelheilige bei der Besteuerung genannt: das heißt „Martinssteuer“ wäre dann die Abgabe an die Pfarrei der Kirche des Martin. Aus den Akten folgt, dass die Kirche in damaliger Zeit über Grundbesitz in Altburg verfügte. Auch der Flurname „Heiligenwiesen“ bestätigt dies. Der Bischof mit aufgeschlagenem Buch (aber ohne eindeutiges Attribut) im östlichsten Schlussstein des Chorraums könnte somit Martin von Tours sein.